Die 80er Jahre waren meine Kind- und Jugendzeit.
Obwohl Anfang der 70er geboren, habe ich recht wenig
positive Erinnerungen an die 70er.

Von den häßlichen Frisuren mal abgesehen,
die wir wohl alle als Kinder in den
70ern hatten.


Vom Klamottenstyle mal ganz zu schweigen...
Aber das waren halt die 70er.
Man rebellierte noch nicht.
Man zog halt die Klamoten an, die da waren.
Als Kind war für mich eh alles unbeschwert.
Die Eltern kümmerten sich um alles.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch null Sorgen.
Herrlich...
Mit dem Ende und Anfang der 70/80er waren die Klamotten auch nicht mehr ganz so bunt und die Frisuren
wurden langsam erträglicher und die Musik
wurde (für mich) besser.
Erst da fing ich an, mich auch ein bißchen
für Musik zu interessieren..
klar NDW, die verstand man ja auch.
und man wollte schon ein Großer sein:

Anfang der Pubertät (hatte ich überhaupt eine?
Denn im Gegensatz zu meinem zwei Jahre älteren Bruder,
blieb ich von Pickeln verschont), hatte ich plötzlich gar keinen großen Bock mehr auf
Schule.
Bis hier gings noch (Class of 1985)

Ich vergaß grundsätzlich meine Hausaufgaben
und hatte irgendwie Schwierigkeiten mich zu konzentrieren.
Ich wollte schon soooo erwachsen sein,
immer mit dabei sein, immer das letzte Wort haben.
Ich glaube mal, als Teenager war ich unglaublich anstrengend.
Die Versetzungen waren immer gefährdet.
Obwohl, ich war kein Pflegelfall.
Ich bin Ärger (aufgrund der Tatsache, dass ich als Junge verdammt klein und schmächtig war)
immer aus dem Weg gegangen.
Schade fand ich immer, dass ich mich auf meine größeren Brüder
nie verlassen konnte.
Sie haben mir nie beigestanden.
Mhhh.....ich kann mich auch nicht erinnern,
dass ich sie jemals drum gebeten habe.
Aber selbst von den Klassenkameraden meines Bruder bekam ich
im Pausenhof immer einen "Gnuppi" auf den Oberarm...
Na ja......ich wußte ja,
sofern die verkappten Mittelschulabsolventen nicht klebenbleiben,
werden sie bald weg sein.
Ich entdeckte mein Interesse für den C64/Amiga 500.
Meine Brüder konnten dieses Interesse nie teilen.
Sie verluchten mich, wenn ich in meinem Zimmer
(damals musste man sich noch mit einem Bruder ein Zimmer teilen, heute wohl unvorstellbar)
ganz laut div. Games zockte und mich an den Soundchip des C64 (Soundtrack von The Last Ninja I u. II ) erfreute.
Kaum einer hier wird wissen, was ich meine.
Aber geht dazu mal auf:
http://remix.kwed.org/?chart=week&view=&page=1&search=Der Original-Sound läuft via Winamp nur mit Sid-Plugin.
Aber die Remakes haben für mich Nostalgie-Wert.
In der 9. und 10. Klasse rebellierte ich leicht äußerlich.
Völlig in schwarz gekleidet, weiße NIKE AIR FORCE-Treter

lach....und die weißen Tennissocken über die Hose gezogen.
Das muss dermaßen bescheuert ausgesehen haben.
und die Haare wie Dolph Lundgren in Rocky IV gestylt.

Leider gibt es davon kein Foto.

Die 80er gingen, die 90er kamen...
1990 (halbwegs gefangen) neue Frisur (1. Prototyp von heute).
Der Führerschein wurde gemacht.
Ich schleppte mich weiterhin mit Schule über die Runden
(weil ich nicht wusste, was ich mal beruflich machen soll).
Ich wurde wieder
brav und artig.
Ich begang eine Lehre als Radio- u. Fernsehtechniker,
die ich aber nach vier Wochen wieder abbrach,
da mich mein Chef nur Scheiße behandelte.
(obwohl ich sooooo lieb war....ehrlich!)
Stimmt, zu diesem Zeitpunkt kam die Technowelle.
Die ich sicherlich auch hörte
(weil es halt neu und anders war).
Aber Trost suchte ich mir bei den 80ern Liedern.
Man muss ja nicht erwähnen,
dass mich Depeche Mode wie keine andere Band so begeistert hat
und die ich auch heute noch höre.
Aber damals wusste man die 80er Musik gar nicht zu schätzen.
Viele Songs hielt ich damals für echt Scheiße.
Ich konnte mich irgendwie auch nie an Phil Collins gewöhnen.
Heute höre ich ihn absolut gerne....
auf der Landstraße in einer lauen Sommernacht oder daheim auf der Couch.
Natürlich auch Genesis mit "Mama"..
Oder Dire Straits....mit denen konnte ich früher nix anfangen.
Aber heute.....
tja...da werden immer wieder Erinnerungen wach.
Haltet mich nicht für verrückt, aber:
Bei einigen Songs spielen sich dann immer Szenen aus der Jugend in meinen Kopf ab
Ich ertappte mich auch dabei, dass ich einige Acid-Songs (später dann Techno) ganz gut fand.
Aber sicher nur, um irgendwelche inneres Aggressionen abzubauen.
1991 fing ich meine Ausbildung hier in Berlin an.
Das war für mich als Dorfkind eine sehr schöne und auch harte Zeit.
Erst hier wurde ich erwachsen und lernte mich durchzuboxen.
Vieles war nicht einfach....überhaupt nicht einfach.
Durch einen Kollegen und alten Schulfreund kam ich auf den Geschmack von "Manowar".
Schöne Songs, gute Text.
Statt Paragraphen zu büffeln, lernte ich deren Texte auswendig.
(auch ne schöne Erinnerung, jedoch an die 90er)
Heute bin ich froh,
dass ich diesen Schritt nach Berlin wagte.
Es war nie mein Traumberuf, es war eine Schnappsidee.
Aber ich kann mir heute nichts anderes vorstellen.
Und wenn ich oftmals zurückblicke, dann waren die 80er die Jahre:
- von Unbeschwertheit
- easy come and easy go
- erste aufkommende COOLNESS (dachte man zumindest)
- Eis mit Farbstoffen, mit richtigen Farbstoffen
- alles schmeckte irgendwie besser
- ein leichtes Auflehnen während der Pupertät (aber man wusste nicht wogegen)
- Wohlstand (obwohl meine Eltern sechs (!) Jungs großziehen mussten)
- Freundlichkeit
- Herzlichkeit
- Freundschaft
- Respekt
- die besten Erinnerungen
- einer unbeschwerten richtig geilen Kindheit/Jugend
- geilen Fahrrädern
- an Mofa´s rumschrauben (größerer Ritzel, am Kolben fräßen)
- geilen Fußballspielen mit der Dorfmannschaft
- schöne Zeit im Ferienlager
- irgendwie erlebte ich die vier Jahreszeiten intensiver
- Schöne lange Winter, mit viel Schnee und langem Frost (Schlittschuhsession)
- endlose Sommer
- Musik hören, mit meinen Brüder auf der Veranda
- Fußballspielen mit meinem Bruder Axel
- Fußballspielen mit den Brüdern von Nebenan, welches immer mit einer Schlägerei unter ihnen beendet wurde.
- Super Klassenfahrten
- Gesundheit
- vernünftiges Preis/Leistungsverhältnis
- erste eigene Kohle durch Zeitungaustragen (Paperboy)
- geile Donald Duck Bücher
- Yps mit Gimmick
- mein C64er (steht heute noch im Keller)
- Wonderboy, Hypersports, Phoenix, Mr.Do (Arcade inna Kneipe)
- Zufriedenheit
- Super Jugendfreundschaften
- die geilsten Eltern, die man sich überhaupt vorstellen kann
- und die beste Musik forever.
Das sind alles Sachen,
die ich früher für Selbstverständlich hingenommen habe...
Aber jetzt im Alter von 31......
weiß ich sie jeden Tag mehr zu schätzen...
und die Gewissheit:
Diese Zeit kommt nicht wieder.
Und je mehr Zeit vergeht,
um so mehr favorisiert man die damalige.
Heute ist vieles einfach zu hektisch.
Die Leute (zumindest hier) sind unfreundlich.
Streitigkeiten werden mit Waffengewalt gelöst etc.
Ihr könnt euch ja nicht vorstellen,
was man jobtechnisch so erlebt..
(dabei kann man froh sein,
wenn man heute überhaupt einen Job hat)

Da hilft nur
Augen zu und durchund.....
Alphaville mit
Forever young....
http://www.powerstrike.net/Tehkan/mameforever.htmlWie sang schon Wolfsheim:
Es geht kein Weg zurück...
Ein RELOAD des Systems wäre nicht schlecht, gell Denea?
