Also ich weiß ja nicht wo du Cassetten gekauft hast, aber Chromcassetten gibt es seit 1973 und die von BASF sind garnicht so gut gewesen.
Die CS II lässt sich mit Mühe und Not im AKAI GX75 gerade so einigermaßen einmessen... dann doch eher Japaner Sony Chromsubstitute, U

-S) oder TDK SA und natürlich die schönen goldenen Maxell UD oder XL II(-S), hach gold sind die alten TDKs aber auch, wunderschön und superedel. evtl. sogar Metallcassetten. Das Reineisenband kam Ende der 70er und wenn jetzt irgendwer behauptet, dass man mit irgendeinem Sony Walkman aus der Zeit nicht gut Musik hören kann und wenn ich sowas höre wie "Für die damalige Zeit", dann habt ihr schlechte Erinnerungen oder ihr hattet schlechte Aufnahmegeräte und selbst eine einigermaßen gute Kompaktanlage oder ein Radiorecorder hat damals wie heute brauchbare Aufnahmen gezaubert.
Ferrocassetten können auch gut klingen, nur rauschen sie durch die niedrigere Vormagnetisierungsfrequenz etwas lauter, bei Reinesenbändern rauschts nur weniger als bei Chrom, weil sie noch lauter aufgenommen werden können.
Ich selbst bin erst 19 Jahre, aber ein großer Fan der Cassette, ich hab das hier auch schonmal umfangreich gepostet. In den 80er Jahren gabs schon gute HiFi Geräte, das wird nur immer so schlecht geredet und viele hatten halt nur Plastikschrott ausm Quellekatalog, das is dann halt auch nix, aber das ist heute noch genauso.
Die Tapedecks wurden ab Ende der 70er Jahre richtig gut und auch ernsthaft Hi-Fi, in den 80ern gabs dann schon recht günstig ausreichende Geräte. Obwohl man selbst mit den frühen Stereogeräten von Philips schon passable Aufnahmen machen kann.
Nachdem ich 4 Walkmen DD (2xDD, DDII,DD30) bei ebay gekauft habe, nach einer Zeit aber jeweils alle kaputt gegangen sind und immer den bekannten Zahnradfehler hatten habe ich mir ein ganz neues Modell gekauft, auch von Sony, mit diesem hässlichen neuen Walkman Logo und ner tollen Steuerung, LCD Fernbedienung und alles, aber beschissenen Gleichlaufeigenschaften und schlechtem Sound, bewegen kann man sich damit nicht, ohne dass er leiert.
Klanglich war von den DDs meiner Meinung nach der einfachste erste von 1983, noch ohne Dolby am besten, die Größe ist erstaunlich klein, ungefähr so breit und hoch wie eine normale Cassettenhülle und so dick wie 2 Hüllen und kein Leiern beim Laufen, unterscheiden tun sich die unterschiedlichen Typen nur minimal im Design und in den Features. Wo der erste DD nur einen Bandwahlschalter hat, hat der zweite (DDII, ab 1986) zusätzlich Dolby B und der dritte (DD30, ab 1990 DD33, den gabs sogar noch bis 2002 im Sony Heft, ich hatte auch mal einen, aber der hielt auch nicht lange, war alle 2 Monate in Reperatur) noch einen 2 stufigen Megabass und alle haben sie 2 Kopfhörerausgänge.
Als ich endgültig genug davon hatte, dass ständig was kaputt ging suchte ich nach Alternativen, also dachte ich mir wenn ich schon kein Gerät haben, mit dem ich joggen und das Ding in die Tasche stecken kann dann soll es eben was sein was alle sehen. Also habe ich mir den ersten gekauft, rauszukriegen wie er hieß war übers Internet ja nicht mehr schwer. Sony TPS-L2, In Japan 1979 in Deutschland 1981 zum ersten mal aufgetaucht. Die orange Taste obendrauf "HOT LINE" fürs eingebaute Mikrofon, denn auch dieses Gerät hatte 2 Kopfhörerausgänge und über das Mikro kann man sich ohne die Kopfhörer abzuziehen dann unterhalten "HOT LINE" ist quasi die "PUSH TO TALK" Taste.
Ich habe mir aus 2 Geräten einen funktionierenden äusserlich recht gut aussehenden zusammengebastelt, ich habe noch nie so einen abgenutzten Tonkopf gesehen, aber nachdem ich ein bisschen an der Justierschraube rumgeschraubt habe war der Sound trotzdem wahnsinnig. Das Ding ist fern von jeder EU Richtlinie wie bei heutigen mp3 Playern, die nur 2x4 oder 2x3 mW haben, auf Stufe 5 ist das Gerät so laut, dass man denkt, man stünde in einer Disco und trotzdem klingt er noch gut, kräftig und ohne Verzerrungen, besser als jeder mp3 Player oder Discman und jeder andere Walkman den ich je gehört habe, auch die DDs klingen gut, sind aber nicht mehr so leistungsstark. Ausserdem ist die Lautstärkenregelung über 2 Schieberegler kanalgetrennt einstellbar, Spulen tut er auch extrem schnell. Die Batterien halten lange, wie gewöhnlich, kommen auch dort 2 Mignonzellen rein.
Ich hab das Teil jetzt ein halbes Jahr mit mir rumgeschleppt, oft Ärger bekommen von Bahninsassen und Busfahrern die weit von mir weg sassen, weil ich zu laut gehört habe und ab und an Spott aber auch Erstaunen und Respekt mit dem Teil geerntet, kleine Kinder die manchmal rätselten, vielleicht weil sie die Cassette garnicht mehr kennen. In der Tasche ist er untauglich, ein Vollriementriebler ist natürlich allärglisch gegen jegliche Vibration, also hatte ich darauf auch keine Lust mehr. Ich wollte wieder sowas wie den DD haben, es gab keine Alternativen dazu, nichts was Vibrationen so stand hielt wie der DD, dafür haben die Teile damals auch 300 DM gekostet und dann kam 1990 der DD9 für etwa 700 Mark, ein Gerät das ich garnicht kannte, das mir bei ebay um die Ohren flog, zusätzlich Dolby C und Autoreverse, elektronische Steuerung, leider weniger Ausgangsleistung. Der läuft wie die neuen Geräte nur noch über eine Batterie oder im selben Fach ist es auch möglich einen dieser Flachakkus zu betreiben, die Batterieklappe springt mechanisch auf, wenn man die Open Taste für die Cassettenklappe 2 mal drückt, ein Armorpher Tonkopf bis 18 kHz, hab ich für 89 Euro bei ebay gekauft. Etwas schwer, wie von den DDs gewöhnt und ein stabilerer Antrieb als bei den alten Modellen, zwar sieht er nicht so schön aus, aber ich kann damit rumlaufen fast ohne dass man was leiern hört. Dolby kann man im inneren über 2 Potis kanalgetrennt auf sein eigenes Tapedeck abstimmen und dann funktioniert das sogar sehr gut.
Leider nur noch ein Kopfhöreranschluss. ein bisschen kleiner, als die alten DDs.
Klanglich ganz super.
Und auch Anfang der 80er gab es schon Walkmen mit Autoreverse, Flachwalkmen, die gerade mal etwas größer waren als eine Cassettenhülle, Walkmen mit Integriertem Radio und reine Radio Walkmen im Checkkartenformat, sogar mit TV Empfänger und alles klanglich schon wirklich sehr hochwertig. Die portablen Geräte heute sind aufgrund ihrer noch geringeren Maße und der geringen Ausgansleistung ausserdem dem geringen Preis ausser einiger Ausnahmen klanglich eher schlechter als die damaligen.
Ich will damit nicht das Medium Cassette hochloben. Die Cassette kann sehr gut klingen, eben in einem guten Walkman oder einem guten Cassettendeck, aber an digitale Medien kommt sie natürlich nicht ran, dafür sind ihre Kapazitäten zu gering, ein großes Tonbandgerät oder ein HiFi VHS Recorder kann sich da schon eher messen, aber der Klang ist ausreichend gut um damit anständig Musik zu hören, und Rauschen fällt vor allem unterwegs garnicht auf, da hat man sowieso Straßenlärm oder andere Geräusche im Hintergrund, die das selbst wenn der Walkman laut ist fast vollständig übertönen. Die Geräte früher waren viel größer, nicht ganz so knapp bemessen wie die heutigen, aus dem Grund ist es auch möglich gewesen größere Endstufen dort unterzubringen, die besser, krafvoller klingen, auch ohne Equalizer klasse, linear, wie sie eben klingen sollten.
Mein Plattenspieler ist aus den 80ern, ein Technics, mein Cassettendeck ist zwar von ende der 80er, aber ich hatte auch schon welche von Anfang/Mitte der 80er, auch Kompaktanlagen mit denen ich einwandfreie Aufnahmen gemacht habe und wenn ich eine Neuplatte, eine gute Pressung zum ersten mal auflege und davon eine Aufnahme auf Cassette mache, dann klingt das wirklich super und dann ist es mir egal, dass die CD messtechnisch besser ist. Ich glaube die alten Medien werden schlechter gemacht als sie sind und wenn man damals nen Neckermann Plastikbomber hatte und nur AGFA und BASF Cassetten zum Aufnehmen verwendet hat, dann kann das ja auch alles garnicht gut geklungen haben oder gut klingen. Ich habe Cassetten, die sind fast 35 Jahre alt und klingen obwohl die Aufnahmetechniken damals begrenzt waren (ca 40 Hz bis 12,5 kHz) kann man sie immernoch anhören und abgesehen von leicht abgenommenen Höhen und teilweise leisen Dopplereffekten sind die Aufnahmen noch brauchbar. Es kommt nicht nur auf die Bandqualität sondern auch auf die Lagerung an.
Haltbar sind Cassetten aber auch, mir ist mal einen in einen Eimer Wasser gefallen, sie lief dann trotzdem noch, musste nicht mal trocknen, ich habs kurz ausprobiert, war ja nur ein relativ schlechter Ghetto Blaster auf ner Gartenfete. Viele behaupten, dass Cassetten nach 10 Jahren nicht mehr hörbar sind, das ist totaler Schwachsinn, sie werden definitiv schlechter, auch wenn sie nur rumliegen, aber man kann sie noch hören und sie klingen bei guter Lagerung und gutem Bandmaterial auch nach 30 Jahren noch passabel.
So gute Nacht.
Soviel mal wieder dazu.
Ich kann ja einen alten Freund in solch kalten Zeiten nicht einfach unverteidigt hier alleine lassen ;-)
CU Tobi
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