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midlife crisis ?

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Thema: midlife crisis ?

[ - Antworten - ]

 
08.11.2007, 11:08 Uhr

bandycode
Posts: 9
Rang: Frischfleisch


Hallo
ich gehe mal davon aus das wir ihr alle plus minus im gleichen alter sind also ich bin baujahr67 irgendwie trauer ich seid einiger zeit der guten alten zeit nach höhre mir die gute 80'er mucke an sehe mir videos an und denke immer wieder man das kann doch nicht sein das es schon 20-25 jahre her ist das ganze hat aber kommischer weise erst so mit 39 angefangen das ich mir richtig gedanken darüber gemacht habe vorher war mir das nicht so bewusst als dan noch im tv die chartshow pop and wave kamm hat ich voll den flashback ist das bei euch genauso oder bin ich damit allein ? vieleicht ist das ja auch nur so eine spinneridis und geht von allein weg da bin ich mal auf eure antworten gespannt
----------------

[ edit ]
08.11.2007, 19:18 Uhr

Dotz
Posts: 1056
Rang: Leibwächter


Hab' keine Angst, Du bist nicht allein damit!
Deswegen sind wir doch alle hier!!!

quote:
bandycode schrieb:
vieleicht ist das ja auch nur so eine spinneridis und geht von allein weg

Soll es denn "weggehen"?... Ist doch keine Krankheit...
----------------

[ edit ]
09.11.2007, 09:53 Uhr

bandycode
Posts: 9
Rang: Frischfleisch


Hallo

ne ne es soll nicht weg gehen ist nur kommisch das es von jetzt auf gleich wahr
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[ edit ]
10.11.2007, 15:46 Uhr

Füge mich in Deine Contact-Liste hinzu.... LastNinja
Posts: 1697
Rang: Geliebter der Königin



Mach dir keinen Kopf...
ich kriege schon bei C64-Videos auf youtube Pipi inne Augen..
Und gerade vor zwei Stunden bei einem C64 Sound von Human Race.
Diese Zeiten sind auch schon über 20 Jahre her

Sonst ist alles bestens bei mir..

Ich bin halt sehr nostalgisch veranlagt.
Hat meiner Meinung nach nix mit Midlife Crisis zu tun.
Ich denke ja auch nicht minütlich drüber nach, aber ab und zu erwischt mich halt mal ein "80er-Schauer".

Weil die damalige Zeit (die 80er) halt so unbeschwert, innovativ und cool für mich waren.
Siehe auch hier:
http://forum.achtziger.de/thread.php3?id=1697&start=26&BoardID=4
Auf Seite 2 und 5 ist ein Post von mir.

Man erinnert sich doch gerne an tolle Zeiten.
Kommt auch oft vor, wenn ich mal im Auto im Radio diverse 80er-Stücke höre, da spielen sich häufig Filme vor dem geistigen Auge ab.

Bewahre dir diese Erinnerung und lass sie immer mal wieder aufleben.
Ich kenne genug Leute (Bekannte, Freunde, Kollegen) die alles vergessen zu scheinen haben.
Sie erinnern sich an so wenig Sachen, obwohl man sie zusammen erlebt hat.
Da kommt oftmals nur ein: "Echt? War das so? Kann mich gar nicht erinnern"

Ab und zu fühlt man sich mit seinen Erinnerung echt allein:
Es ist sogar manchmal ein komisches Gefühl, der eigenen Frau, den Freunden/Bekannten oder den Kollegen nicht vermitteln zu können, was man damals alles erlebt hat. Sie nehmen es zwar zur Kenntnis aber verstanden haben Sie es nie.
Es ist komisch, als hätten Sie damals in den 80ern in einem Parallel-Universum gelebt – oder war ich derjenige?
Gleichgesinnte findet man fast nur im Netz...

Also: Kopf hoch...
es ist alles in Ordnung bei dir
----------------

We do not stop playing because we grow old;
we grow old because we stop playing

[ edit ]
10.11.2007, 17:12 Uhr

bandycode
Posts: 9
Rang: Frischfleisch


genauso geht es mir hab das gefühl das ich die 80er allein erlebt hab wen ich freunde oder bekannte frage
ich wusste schon warum ich meine guten alten vinyl's aufhebe einfach rauf damit auf den plattenspieler und gut gehen lassen
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[ edit ]
15.01.2008, 14:05 Uhr

olli39
Posts: 3
Rang: Frischfleisch


Mir ergeht es zur Zeit auch so, bin 39 und erinnere mich eigentlich ständig an die goldenen 80er, erste Freundin, erster Sex, Führerschein, Schule, erste Ausbildung usw, in dieser Zeit passierte sooooo viel, die Epoche wird immer in meinen Erinnerungen bleiben, wenn ich die Musik der 80er höre, schwelge in Erinnerungen oooohne Ende!!!
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[ edit ]
15.01.2008, 14:07 Uhr

olli39
Posts: 3
Rang: Frischfleisch


Aber ich will auch gar nicht, das die sogenannte "Krise" vorbei geht, es ist eine schöne Krise *grins*
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[ edit ]
11.02.2008, 14:30 Uhr

urmeli
Posts: 8
Rang: Frischfleisch


Also zum Glück geht's mir da anders. Ich mein jetzt nicht, dass ich nicht auch dauernd an die geilste Zeit überhaupt zurückdenke :-)

Sondern in meinem Freundeskreis - den ich zum großen Teil auch schon sehr sehr lange, sprich über 20 Jahre habe - kommt's irgendwann immer wieder ohne Ende durch; das weißt du noch??? Und direkt schreit alles durcheinander, schwelgt in Erinnerungen und ist einerseits total gut drauf, andererseits total melancholisch. Und ich sag immer wieder: wer diese Zeit nicht live erlebt hat - und damit mein ich in den Teenie-Anfang Twen-Jahren - kann nicht mitreden und hat soviel verpasst. Und anstatt Weltschmerz zu kriegen, danke ich Gott fast täglich, dass ich dabei sein durfte :-)
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[ edit ]
20.02.2008, 12:14 Uhr

Redstar
Posts: 6
Rang: Frischfleisch


Hallo,
denke auch ständig zurück, werde richtig nostalgisch. Ich hatte einfach eine gute Zeit damals. Heute ist alles viel schnelllebiger und komplizierter als damals...Ich hätte gern etwas von der damaligen Gelassenheit zurück.
Wie empfindet Ihr das?
[ edit ]
23.02.2008, 22:53 Uhr

tinsvelt
Posts: 2607
Rang: Geliebter der Königin


- Gelassenheit ist ja eher eine "Alterserscheinung" - ich würde es 'Unbedarftheit' nennen
- der unerschütterliche Optimismus
- der Glaube, dass irgendwie immer alles besser wird und bestimmt nicht schlechter [...] (s.o.)

Ja, ich ertappe mich auch manchmal bei heftigen 'Flashbacks' und Sentimentalität. Ist aber irgendwie gut so und macht mir wenig Sorgen.
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Portraits and Pictures you once saw...
[ edit ]
08.07.2008, 00:12 Uhr

Ricke
Posts: 5
Rang: Frischfleisch


Hallo Bandycode,

Du bist nicht allein, mir geht es genauso.

Bin Baujahr 1966 und es ist nicht die Angst vor dem Altwerden, habe meinen 40sten deutlich gelassener überstanden als meinen 30sten Geburtstag vor 12 Jahren.

Es ist die fehlende Identität, die Gesichtslosigkeit, der neoliberale Kommerz, die Tabulosigkeit, die Schnellebigkeit, das Gefühl, in einer Matrix zu leben. Alle Dekaden des 20. Jahrhunderts hatten ihren Charakter. Die 50ies hatten den Rock`n Roll, die 60ies die Studentenbewegung und die Stones, die 70ies die Schlaghosen und Koteletten, und die 80ies hatten die "neue deutsche Welle", die Friedensbewegung, und all das, was hier beschrieben wird, und der Höhepunkt war dann der Mauerfall 1989, ... und ab 1990 riß es dann abrupt ab.

Was ist denn seither schon groß Neues geschehen? Was bereichert seither mein Leben? Vom Internet abgesehen und davon, daß Auslandstelefonate und Flüge deutlich billiger geworden sind, eigentlich nichts. In den 80ern gab es bereits alles, was die Industrialisierung zu bieten hatte: Kühlschränke, Trockner, Fernseher, Mikrowellen, CD-Player, Videorekorder, Dolby-Surround-Sound-Kinos, 3-D-Filmpaläste, Rockkonzerte, Autos, Motorräder, Flugzeuge, Telefone, sogar Faxe, Schreibautomaten und den C64! Dazu coole Klamotten, fetzige Musik, und vor allem: Wir waren frei, der 50er/60er/70er Jahre-Mief war endgültig passé - aber wir waren noch bodenständig! Wir hatten noch Werte, es gab noch Menschlichkeit, es gab noch Maßstäbe, es war noch nicht alles so verdammt gleichgeschaltet und EU-genormt und politisch-korrekt wie heute... Man hatte noch eine eigene Meinung, und man traute sich, sie zu äußern! Und tatsächlich: Man bekam trotzdem eine gute Note, man behielt trotzdem seinen Job, man durfte trotzdem mit dem Rest der Familie am Tisch sitzen denn: Es gab noch gelebte Toleranz!

Außerdem gab es damals jede Menge gutbezahlter Arbeitsplätze, wenn man es erst mal geschafft hatte, einen Ausbildungsplatz zu ergattern (von denen es wiederum gegenüber heute weniger gab), die Kaufkraft war deutlich höher, es gab 2-Zimmer-Wohnunen in Grosstädten für umgerechnet EUR 200,-- monatlich -inklusive Betriebskosten! o.k., die Computer waren steinzeitmäßig, aber für den Privatgebrauch reichte es allemal und immerhin gab es ja Festnetztelefone, Autos, Fernseher, Videorekorder, CD-Player usw. Die Klamotten und Frisuren waren so wunderbar bunt und verspielt, nicht so androgyn und leblos wie heute. Die Menschen kommunizierten noch miteinander, damals kam man noch täglich mit Fremden im Bus, beim Bäcker, im Supermarkt, sogar im Museum ins Gespräch - und zwar ohne daß sie mehr von einem wollten, als sich zu unterhalten!

Man ging in Vereine, man trieb zusammen Sport, statt Stunden über Stunden allein am Computer zu spielen. Man verabredete sich fürs Wochenende und war einfach um eine bestimmte Zeit an einem bestimmten Ort - und nein: Man mußte dafür nicht erst drei oder viermal übers Handy telefonieren, um sich zu vergewissern, daß der andere tatsächlich auch kommt - das Date wurde eingehalten und fertig!

Es gab auch damals bereits Actionfilme und fetzige Videoclips, ich denke heute noch daran, daß "China Girl" von David Bowie ab dem zweiten Mal nur noch zensiert ausgestrahlt wurde, bei "Formel I"... LOL

Doch zwischen diesen Action-Szenen, etwa in Serien wie "Miami Vice", zwischen Autojagden und Schußwechseln mit was weiß ich was für Elefantentötern, blieb stets auch ein Hauch von Menschlichkeit spürbar, etwa wenn der sonst so coole Sonny Burnett seinem Kollegen Ricardo Cooper in der Vice-Episode "Evan" vor einer in Neonfarben getränkten Tankstelle sein persönliches Versagen gegenüber dem Ex-Kommilitonen Mike Orgel eingesteht, der sich Jahre zuvor an eben dieser Tankstelle umbrachte, nachdem seine Homosexualität bekannt geworden war.

Nie wieder habe ich eine bewegendere Liebeserklärung auf der Leinwand erlebt als die von Kyle Reese (Michael Biehn) an Sarah Connor (Linda Hamilton) im "Terminator":

"I came across the time for you, Sarah. I love you. I always have."

Diese traurig-schöne Szene brach völlig unerwartet inmitten eines ansonsten ununterbrochen von Action, Schüssen und Gewalt durchzogenen Streifens über den Zuschauer herein: In einem billigen Motel, nahe einer Autobahnzufahrt, dargestellt in vielleicht 5 Minuten - mit einer Eindringlichkeit, die heute noch ihresgleichen sucht.

Doch auch reale Menschen hatten damals noch Ecken und Kanten, sie waren direkter, offener, man durfte sich auch mal danebenbenehmen, der Perfektionsanspruch war noch nicht wie heute.

Kein Wunder: Der Krieg war ja auch erst 40 Jahre her; der Anblick von Menschen, die er versehrt hatte, gehörte noch immer mit zum Straßenbild - inzwischen ist diese Generation fast ausgestorben. Ja! Man war es damals noch gewohnt, Menschen zu sehen, denen ein Arm fehlte, oder ein Bein, oder die eine Augenklappte trugen... und man fand es traurig, aber es gehörte dazu. Niemals hätte man gewagt, solche Menschen auszugrenzen... zugleich waren sie eine lebende Mahnung - deutlicher als jedes Denkmal, und sei es so groß wie das Ding, was sie der Shoah in Berlin hingebaut haben.

Ach ja, und dann:
Erinnert Ihr Euch noch an den Radiosender SWF3 und seine Moderatoren? Frank Laufenbach, Elmar Hörig? Hach, war das herrlich! Diese Sprüche... heute würde die Hälfte davon vermutlich zensiert. <ggg>

Und der Klaus Kinski erst... wie der den Thomas Gottschalk plattschwieg, in Wetten dass?! - göttlich!

Ganz zu schweigen von den Frauen... Wer damals als schön galt, der war es auch wirklich! Erinnert Ihr Euch noch an Brooke Shields, in der blauen Lagune? O.k., ihre schauspielerische Begabung hielt sich in Grenzen... aber war sie nicht wunderschön? Oder Nastassia Kinski, in "Cat People" - fantastisch!

Also um es auf den Punkt zu bringen:
Abgesehen vom Internet könnte ich auf die 1990er und 2000er glatt verzichten! Was haben diese beiden Dekaden denn schon hervorgebracht, was es in den 80ern nicht bereits gab?

Wenn ich die Möglichkeit hätte, in eine Zeitmaschine zu steigen - ich würde sofort losdüsen...

... aber das Rad der Zeit läßt sich nun mal nicht zurückdrehen, und so schnalle ich mir täglich aufs neue die Keule auf den Rücken, um durch diese elende Wüste zu wandern, die sich Leben nennt...

<<soifz>>

Ricke
[ edit ]
09.07.2008, 11:31 Uhr

bandycode
Posts: 9
Rang: Frischfleisch


@Ricke
Hallo
also in die zeitmaschin würde ich sofort miteinsteigen und die kompletten 80er noch mal erleben
ich stimme dir vollkommen zu mit den 90' und was danach kam ist mit nichts aus den 80igern zu vergleichen oder wo ich sagen würde das war super das möchte ich nochmal erleben es hate ja jedes jahrzehnt seine höchepunkte aber mir fällt nichts konkretes zu 2000 ein über die 80er wird man auch noch in 20 30 jahren sprechen da bin ich mir sicher und auch die musik

gruß Bandycode
----------------

[ edit ]
21.07.2008, 01:18 Uhr

Bobbi
Posts: 1633
Rang: Geliebter der Königin


@Ricke - die Ansichten von Dir über die 80er teile ich auch. Ein sehr interessanter Beitrag von Dir!
Es stimmt auch, dass seit dem Internet die zwischenmenschlichen Beziehungen viel zu kurz kommen. Wo man damals halt noch physisch ausser Haus gehen musste, um andere Leute zu treffen, macht man das heute übers Internet, ohne jemals Fuss auf die Strasse zu setzen. Natürlich ist durch das Net auch vieles einfacher geworden eben dadurch, dass man alles viel leichter erreichen kann als damals. Ich musste meinen Brieffreunden noch echte Briefe schreiben und dann wochenlang auf eine Antwort warten, heutzutage kleben Leute wie meine erwachsene Tochter in den chatrooms. Aber für mich war das immer eine tolle Sache, Briefe aus einem anderen Land mit interessanten Briefmarken zu bekommen.

Auch war ich vollkommen zufrieden mit meinen Cassetten und Schallplatten und hätte liebend gerne auf CDs und DVDs verzichten können. Aber der Fortschritt ist eben nicht aufzuhalten.



----------------
für alle
deren Feuer nicht erlischt
ich hab zu danken
denn ohne Euch geht es nicht

[ edit ]
02.10.2012, 13:27 Uhr

magic
Posts: 1566
Rang: Geliebter der Königin


Schöner Threadverlauf, den ich irgendwie verpasst habe ... hole ihn mal aus der Versenkung.
[ edit ]
02.10.2012, 15:27 Uhr

tusk
Posts: 5
Rang: Frischfleisch


Hallo in die Runde!

Mir (Jahrgang 1970) geht es auch so, dass ich das Leben nach den 80ern als zunehmend "platt" empfunden habe.
Ich dachte immer, es läge an mir persönlich, oder an den Wendungen in meinem Leben (die aber gar nicht so platt waren), aber anscheinend empfinden das ja einige hier so wie ich auch.

Liegt es daran, dass wir alle größtenteils unsere (bewegten) Jugendjahre in den 80ern erlebt haben?
Oder ist die Welt ab 1990 tatsächlich langsam immer weniger bunt, immer weniger tief geworden?

Wie erleben das denn Menschen, die 10 Jahre älter als wir sind, mit den 70ern?
Haben die das gleiche Gefühl bei den 70ern?

Und noch eine Sache hat mich eben tief beeindruckt:
Original von tinsvelt: "ich würde es 'Unbedarftheit' nennen
- der unerschütterliche Optimismus
- der Glaube, dass irgendwie immer alles besser wird und bestimmt nicht schlechter [...] (s.o.)".
Das empfinde ich genau so!
Ich hatte den festen Glauben an das Gute im Leben, das Gefühl: Das Leben wartet auf mich!!
Das Gefühl hat mich leider Mitte der 90er Jahre verlassen.
Was hat sich in den 90ern verändert??
Am Alter kann's wohl kaum liegen, mit Mitte 20?!

Ich liebe bis zum heutigen Tag aktuelle Musik, ich sage nicht, in den 80ern war alles besser.
Aber das Leben war intensiver.

Ein nachdenklicher Gruß von Sandra
[ edit ]
28.04.2016, 22:57 Uhr

Ricke
Posts: 5
Rang: Frischfleisch


Hallo liebe Forumsgemeinde,

8 Jahre sind vergangen, seit ich meine Antwort an bandycode schrieb. Inzwischen sind auch die 2010er schon zu über 50 Prozent gelaufen und weiterhin hat sich nichts an meinen Gedanken über die 1980er geändert: Sie waren und blieben unübertrefflich.

2014 saß ich irgendwann im Spätsommer am PC und bekam sowas wie eine Eingebung: Es war ein wunderschöner Tag und urplötzlich zog in mir die Stimmung der Sommersaisons 1984/85 auf. Ich jobbte damals als Aushilfe in einem städtischen Freibad, auch 1987 wieder. Und auf einmal stand meine Entscheidung fest: Sobald ich in den Ruhestand eintrete, werde ich an meinen Geburtsort zurückkehren und dieser Zeit damit wieder so weit entgegenziehen, wie es jetzt noch irgend möglich ist.

Meine Eltern sind schon seit Jahren tot, ein Bruder lebt zwar noch dort, wird aber vermutlich in ein paar Jahren fortziehen. Der Rest der Familie ist weit verstreut und die einstigen Freunde sind längst fort. Ich würde also völlig neu beginnen müssen und mir ist klar, daß es nicht mehr der Ort ist, den ich damals - im September 1987 - verlassen habe - freilich ohne zu ahnen, daß ich 30 Jahre fortbleiben und 40 Jahre brauchen würde, dauerhaft dorthin zurückzukehren.

Manchmal höre ich mir "Ich bin wieder hier" von Marius Müller Westernhagen an. Mir ist klar, daß meine eigene Heimkehr unter völlig anderen Voraussetzungen erfolgen wird, als für den von ihm besungenen Heimkehrer im Musikclip. Niemand erwartet mich dort und ich werde meine eigene Welt bauen und einrichten müssen. Doch ich erinnere mich an all die "älteren" Menschen, denen ich damals dort begegnen durfte; an das positive, zufriedene Lebensgefühl, das sie mir vermittelten. Sie sind allesamt nicht mehr dort - oder überhaupt auf dieser Welt - doch in meinem Herzen leben sie weiter. Niemand hat mich je wieder so nachhaltig inspiriert wie sie.

Ich bin alt genug um das, was nach den 1980ern kam, über nun schon (30 sic!) Jahre hinweg mit "damals" vergleichen zu können und nein: So ein positives Lebensgrundgefühl hatte ich nie, nie wieder. Dabei wünsche ich mir so sehr, das Neue würde mich endlich von sich überzeugen und bewahre mir bewußt Offenheit dafür. Doch die Wahrheit ist und bleibt nach wie vor, daß ich mir die Dinge dann schönreden müßte.

Dabei geht es mir durchaus nicht schlecht: Versorgungstechnisch ist alles paletti und gesund bin ich auch. So gesehen stehe ich sogar besser da als damals und doch... die Sehnsucht bleibt.

Seit besagter "Initialzündung" am PC ließ mich das dabei aufgestiegene Grundgefühl im Gedanken an die 1980er, meinen Geburtsort und seine Menschen nicht mehr los; täglich zieht er in mir auf und ich sag Euch was: Es macht mich glücklich, endlich wieder ein klares Ziel vor Augen zu haben, auch wenn es bis zum Ruhestand noch eine weite Strecke von mindestens 5, vielleicht auch 10 Jahren ist. Seither male ich mir regelmässig aus, wie ich meine kleine Welt dort gestalten und meinen Tagesablauf strukturieren werde, wenn es soweit ist. Allein die Gedanken daran lassen in mir eine Stimmung aufziehen, die mich innerlich freudig hat werden lassen.

Es gibt noch etwas, das ich gern loswerden möchte und das betrifft dieses Forum:

Danke - danke an Gero, daß er es weiterhin betreibt.
Danke - danke an Euch, die Ihr noch immer hier seid und schreibt.
Danke - danke daß wir nie vergessen haben, wer wir waren, wer wir sind und wer wir sein werden.

1985-1989 waren die bewegendsten Jahre meines Lebens, aus vielerlei Gründen, mit denen ich hier niemand langweilen will und werde. Rund 20 Jahre später dieses Forum zu entdecken und seit 2008 hier immer wieder mal reinlurken und still an Euren Eindrücken und Gedanken teilnehmen zu dürfen, hat mir mehr gegeben, als Euch vermutlich bewußt ist. Ich liebe die 1980er und bin sowas von froh, daß es "uns" immer noch gibt!

Alles Gute Euch und noch einen schönen Tag.

[ edit ]
16.05.2016, 15:01 Uhr

Dreatter
Posts: 14
Rang: Frischfleisch


Hallo!

Ich würde mir da an deiner Stelle auf gar keinen Fall irgendwelche Sorgen machen kann, denn das betrifft fast alle Männer irgendwann mal in ihrem Leben.

Ich habe zum Beispiel begonnen mir dort Zubehör für meinen Computer zu kaufen, da ich in der letzten Zeit sehr viele Videos und Filme aus den 80er Jahren streame und dabei immer in alten Erinnerungen schwelge.
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